29.01.2004
Landesminister Stratmann antwortet nach 16 Wochen auf Fachhochschul-Brief von MdB Sebastian Edathy
Bereits am 26. September 2003 hatte der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy in einem Brief den niedersächsischen Hochschulminister Lutz Stratmann um die Beantwortung einer Reihe von Fragen zur eventuellen Schliessung der Fachhochschule Nienburg gebeten.
16 Wochen später, am 14.01.2004, unterschrieb der Minister seine Antwort an den Bundestagsabgeordneten - freilich, ohne die meisten der gestellten Fragen zu beantworten.
"Befremdlich" findet Edathy insbesondere, dass der Minister in seinem Brief eine Haltung vertritt, die vom Ziel des Erhalts der Fachhochschule weit entfernt ist. Edathy bedauert: "Ich dachte, der Diskussionsstand sei inzwischen weiter." In seinen Ausführungen attestiert Minister Stratmann der Fachhochschule Nienburg unter anderem "eine fachliche Monostruktur". Auch werde im Bereich des Bauwesens "zu viel Kapazität vorgehalten", zudem: "Die Nachfrage nach Studienplätzen … geht zurück." Und in diesem Zusammenang wird Nienburg vom Minister zu den "regional weniger attraktiven Standorten" gezählt.
Aus diesem Grund habe die Landesregierung im Oktober 2003 "nach Abwägung aller Punkte eine Schließung des Standortes Nienburg aus strukturellen Gründen … beschlossen".
Als besonders problematisch wertet MdB Sebastian Edathy die folgende Ausführung Stratmanns: "Nienburg kann über die auslaufende Betreuung hinaus als Standort … nur erhalten werden, wenn eine Privatisierung erfolgt."
Keine Rede von einem weiteren finanziellen Engagement des Landes! Dass der Hochschulstandort alleine über nicht-staatliche Gelder auf Dauer gesichert werden kann, hält MdB Edathy für "völlig illusorisch".
Sebastian Edathy: "Entweder unterschreibt Minister Stratmann Briefe, die er nicht liest, oder unsere Region wird von der Landesregierung gerade hinter die Fichte geführt."
Offenkundig würden die gute Leistungsbilanz der Nienburger Fachhochschule und ihre Attraktivität für Studierende bewusst nicht zur Kenntnis genommen.
Jetzt komme es darauf an, den Druck auf das Wissenschaftsministerium noch einmal zu erhöhen. Denn: "Eine Schliessung der Fachhochschule Nienburg ist sachlich nicht begründet und würde die Region schwächen." Die Landesregierung müsse ihren Beschluss rückgängig machen.