28.04.2004
Sebastian Edathy trifft Colin Powell
Der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy kam am Mittwoch in Berlin zu einem Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell zusammen.
Im Mittelpunkt der rund einstündigen Begegnung standen Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Antisemitismus. Sebastian Edathy ist Mitglied im Innenauschuss des Bundestages und Sprecher der "Arbeitsgruppe Rechtsextremismus" der SPD-Bundestagsfraktion. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehört auch die Begegnung von Antisemitismus.
Zur Zeit findet in Berlin eine diesem Thema gewidmete Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt, an der für einen Tag auch US-Außenminister Colin Powell teilnimmt. Die us-amerikanische Botschaft hatte Sebastian Edathy und drei weitere Koalitionsabgeordnete gebeten, den Minister über die Aktivitäten der deutschen Politik zu informieren, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu überwinden. Edathy berichtete dem Minister insbesondere über entsprechende Projekte im Bildungs- und Schulbereich. Zugleich wies er auf die Notwendigkeit hin, das Bewußtsein dafür zu schärfen, dass Vielseitigkeit eine Gesellschaft nicht bedroht, sondern stärkt: "Man muß nicht Angst vor menschlicher Vielfalt, sondern vielmehr vor menschlicher Einfalt haben", so Sebastian Edathy. Aus diesem Grunde habe der Bundestag vor einigen Monaten auch das Zustandekommen eines Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden in Deutschland ausdrücklich unterstützt, auf dessen Grundlage unter anderem die Arbeit der jüdischen Gemeinden im Bereich der Bewahrung und Fortentwicklung des deutsch-jüdischen Kulturerbes gefördert wird.
Colin Powell zeigte sich in der offenen und freundschaftlichen Diskussion als interessierter Gesprächspartner. Der US-Außenminister, dessen Eltern aus Jamaika in die USA einwanderten, wünschte Sebastian Edathy für seine weitere Arbeit alles Gute. Powell unterstrich, auch mit Blick auf die indische Herkunft von Sebastian Edathys Vater: "Es kommt nicht darauf an, woher unsere Vorfahren stammen. Was zählt ist, dass wir Staatsbürger demokratischer Länder sind und gemeinsame Werte teilen."