Meldung Evangelischer Pressedienst vom 03. August 2004
SPD fordert Auflösung der "Preußischen Treuhand"
Berlin (epd). Der innenpolitische Experte der SPD-Bundestagsfraktion,
Sebastian Edathy, hat die Auflösung der "Preußischen Treuhand"
gefordert. Die Vertriebenenorganisation füge mit ihrer Ankündigung
von Entschädigungsklagen der deutsch-polnischen Freundschaft großen
Schaden zu, kritisierte Edathy am Dienstag in Berlin.
Bei allem Leid und Elend, das deutsche Vertriebene zu erdulden gehabt
hätten, stehe außer Frage, dass dies eine Folge des deutschen
Angriffskrieges und einer "barbarischen Besatzungspolitik" gewesen
sei, sagte Edathy. Vor dem Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte auf die Rückgabe ehemaligen deutschen Eigentums in
Polen zu klagen, verkehre daher die historische Realität.
Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jerzy
Montag, sprach von "Prozesshanseln, die die von Deutschland
verschuldeten Folgen des Zweiten Weltkriegs rückabwickeln wollen."
Einige verantwortungslose Vertriebenenfunktionäre heizten so eine
unheilige Debatte über angebliche Entschädigungsansprüche deutscher
Vertriebener an. Damit schürten sie falsche Hoffnungen bei ihrer
Klientel und zerstörten das wachsende Vertrauen der Polen zu den
Deutschen. (08421/3.8.2004)