20.03.2003
Beginn des Krieges im Irak
Angesichts des Beginns des Irak-Krieges erklärt der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy:
"Der Beginn der kriegerischen Handlungen im Nahen Osten ist bestürzend.
Wie viele andere Bürgerinnen und Bürger hatte ich die Hoffnung, dass dem Weg zu einer nicht-militärischen Konfliktlösung eine Chance gegeben würde und die Waffeninspekteure ihre keineswegs erfolglose Arbeit im Irak hätten fortsetzen können.
Mit voller Unterstützung der Koalitonsfraktionen hat sich die deutsche Bundesregierung für eine Vermeidung der nun stattfindenden Eskalation eingesetzt und befand sich damit in Übereinstimmung mit vielen anderen Regierungen und der Mehrheit der Völker.
Dankbar bin ich den zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die sich telefonisch und schriftlich an mich gewandt haben, um ihre Zustimmung zu dieser Haltung zum Ausdruck zu bringen.
Der begonnene Krieg wird absehbar mehr Probleme schaffen als lösen. Es ist zu befürchten, dass eine ganze Weltregion destabilisiert wird. Vor allem muss die große Wahrscheinlichkeit bedrücken, dass zahlreiche Unschuldige ums Leben kommen werden - allein gut die Hälfte der irakischen Bevölkerung besteht aus Minderjährigen, also aus Kindern und Jugendlichen.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende und möglichst wenige Opfer.
Es bleibt aber auch Verärgerung darüber, dass die Haltung der Mehrheit der Völkergemeinschaft die USA nicht davon abhalten konnte, den Irak militärisch anzugreifen. Ein "Präventivkrieg" eines Staates gegen einen anderen steht mit meinem Völkerrechts-Verständnis nicht im Einklang.
Die Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen muss deshalb eine der wesentlichen Konsequenzen aus den aktuellen Geschehnissen sein."