16.04.2003
Bilanz 8-8 Tour
"Ich war am Ende sehr müde, aber auch sehr zufrieden". Mit diesen Worten bilanziert der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy eine Reise, die ihn in der Nacht von Montag auf Dienstag durch die Landkreise Nienburg und Schaumburg geführt hat.
Edathy hatte sich vorgenommen, in der Zeit von 20 bis 8 Uhr Menschen zu besuchen, die nachts - ob in Krankenhäusern, Polizeiämtern oder Fabriken - tätig sind, um sich über ihre Arbeitssituation zu informieren.
Im Gepäck hatte der Abgeordnete "Grundgesetze für den Kopf und Pralinen für den Magen", so Edathy.
Es war eine breite Themen-Palette, die bei der nächtlichen Tour zur Sprache kam:
So ging es im AWO-Seniorenheim Marklohe um Fragen der Pflege-Einstufung. Bei den Polizeidienststellen in Nienburg und Bad Nenndorf wurde der Abgeordnete gebeten, sich für eine wirkungsgleiche Übertragung des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst auf die Beamten einzusetzen.
Beim Arbeiter-Samariter-Bund in Rehburg hörte Edathy Sorgen über die Zukunft des Rettungswesens und sicherte zu, an den Landkreis Nienburg zu appellieren, im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung auf einen radikalen Abbau von Transportkapazitäten zu verzichten.
Bei den "Frischli"-Milchwerken fiel dem Parlamentarier ein "auch nachts gutes Betriebsklima" auf. Betriebsleiter und Betriebsratsvorsitzender hatten den Gast gemeinsam durch die Hallen geführt.
Im Rintelner Krankenhaus beeindruckte insbesondere das Engagement der Krankenschwestern auf der Intensivstation: "Da ist besonders deutlich geworden, dass Arbeit mehr als ein Brotwerwerb ist."
Sebastian Edathys Fazit: "Ich halte es für wichtig, dass Politiker nicht nur den Plenarsaal, sondern auch die Wirklichkeit vor Ort kennen." In diesem Sinne sei die nächtliche Wahlkreisreise ein Erfolg gewesen.
Besonders gefreut hat den Abgeordneten ein Vorkommnis am Rande: Als er die Polizeistation in Bad Nenndorf besuchte, drückte ihm eine Polizistin einen Umschlag in die Hand. Den habe im Laufe des Tages ein Ehepaar vorbeigebracht, mit den Worten: "Wir haben gelesen, dass der Herr Edathy kommt."
Der Inhalt: Eine Bitte um Unterstützung in einer Behörden-Angelegenheit. "Um die werde ich mich selbstverständlich kümmern, wenn ich wieder in Berlin bin", so Sebastian Edathy.