14.09.2005
Gesundheits-Staatssekretär Thönnes wirbt in Hoya für solidarische Krankenversicherung
Der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesgesundheitsministerium, MdB Franz Thönnes, hat bei einer Veranstaltung im Hoyaer "Gasthaus Lindenhof" für die Einführung einer Bürgerversicherung zur finanziellen Abdeckung des Krankheitsrisikos geworben.
Auf Einladung der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy und Rolf Kramer stellte Staatssekretär Thönnes das von der Bundesregierung angestrebte Modell einer Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung vor und stellte es dem Kopfpauschalen-Modell von CDU/CSU gegenüber.
Thönnes betonte, dass nur die Bürgerversicherung sicherstelle, dass der von den Versicherten erbrachte Beitrag an die finanzielle Leistungsfähigkeit des Einzelnen anknüpfe: Wer viel verdient, zahlt einen höheren Beitrag als Geringverdiener. Zugleich beinhalte die Bürgerversicherung die kostenfreie Mitversicherung des nicht erwerbstätigen Partners und der Kinder und solle alle bisherigen Leistungen der gesezlichen Krankenversicherung umfassen. Bei der Kopfpauschale müssten in einer Familie alle Erwachsenen einen Beitrag leisten, auch solche ohne Einkünfte, zudem würden Zahnbehandlung und Zahnersatz nach den Vorstellungen der Union künftig nicht mehr erfasst, sondern wären zusätzlich privat zu versichern.
Der zentrale Unterschied zwischen der Bürgerversicherung und dem Kopfpauschalen-Modell sei, dass langfristig tatsächlich alle Bürger Mitglied der Bürgerversicherung sein sollen, also auch Spitzenverdiener, während bei der Kopfpauschale an der Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung festgehalten werde. Damit würde aber auf die Chance verzichtet, den Gedanken der Solidarität mit Leben zu erfüllen, dies könne nur die Bürgerversicherung leisten. Hinzu käme, dass beim Kopfpauschalen-Modell der Arbeitgeberbeitrag eingefroren werden soll, also bei Ausgabensteigerungen der Krankenversicherung allein die Arbeitnehmer belastet würden.
Thönnes′ Fazit: "Die Bürgerversicherung ist das gerechtere und sozialere Zukunfts-Modell für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens."
Bei der regen Aussprache im Anschluss an das Referat des Staatssekretärs gab es viel Zustimmung zu dessen Ausführungen. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass neben der Frage der Einnahmen auch die Frage behandelt werden werden sollte. Die Stichworte: Begrenzung der hohen Gewinne der Pharmaindustrie, Überwindung undurchsichtiger Strukturen bei der Kassenärztlichen Vereinigung und mehr Krankheits-Vorbeugungsmaßnahmen durch die Kassen.
Foto: Gemeinsam auf dem Podium in Hoya:
MdB Rolf Kramer, Parlamentarischer Staatssekretär Franz Thönnes, MdB Sebastian Edathy