30.11.2007
30.11.2007 Schüler des Ratsgymnasiums Stadthagen absolviert zweiwöchiges Praktikum bei MdB Sebastian Edathy in Berlin
"Liebe Genossinnen und Genossen! Der Fraktionsvorsitzende Peter Struck spricht in fünf Minuten im Plenum. Bitte sorgt dafür, dass unsere Plätze gut besetzt sind." So schallt es aus den Lautsprechern im Büro. Eine gewöhnliche Ansage in einer Sitzungswoche im Bundestag.
Der Schüler des Ratsgymnasiums Stadthagen, Micha Steinwachs, sitzt an seinem außergewöhnlichen Praktikumsplatz im Büro des heimischen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy in Berlin und erinnert den Mandatsträger daran, sich auf den Weg in den Plenarsaal zu machen.
Zwei Wochen, vom 19. bis 30. November, durfte der Lindhorster den Parlamentarier bei Gesprächen und Terminen begleiten, Bundestagssitzungen verfolgen, einer Arbeitsgruppensitzung der SPD-Innenpolitiker beiwohnen und im Büro mitarbeiten.
Mit einem Hausausweis des Bundestages standen ihm fast alle Türen offen. "Cool“ sei es gewesen, ohne Anstehen durch den Abgeordneten-Eingang in die Reichstags-Kuppel zu dürfen oder fast uneingeschränkt durch alle Gebäude des Bundestages laufen zu können.
Steinwachs′ "Arbeitsplatz" befand sich in der zweiten Etage des Paul-Löbe Hauses, in den Räumen des Innensauschusses. Zusammen mit den Mitarbeitern Edathys saß er jeden Tag von neun bis 17 Uhr im Büro. Acht Stunden erschienen einem zuerst lang, gingen aber sehr schnell vorüber, da es immer was zu tun gegeben habe, so Steinwachs.
In den ersten Tagen war Edathy selbst nicht anwesend, da keine Sitzungswoche stattfand und er entsprechend im Wahlkreis unterwegs war. Die zweite Woche wurde also noch interessanter, da dann viele Termine anstanden, wie z. B. Treffen mit den Botschaftern von Rumänien und Italien, ein Kaffeetrinken mit Bischöfen aus Sri Lanka oder ein Besuch der indischen Botschaft in Berlin.
Ein Auslandsjahr in Indien brachte Micha mit dem Abgeordneten in Kontakt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland fand ein Treffen in Stadthagen statt, bei dem sich der Schüler um einen Platz als Praktikant bewarb.
Am Liebsten wäre Steinwachs noch länger geblieben. Er könne sich gut mit der Arbeit und dem Leben in Berlin anfreunden, sagt er. Zweieinhalb Jahre Schule hat er noch zu absolvieren. Ob er danach eine Tätigkeit im Bereich der Politik anstreben will, weiß er noch nicht.
Begegnung vor dem Plenarsaal des Bundestages: Der Schaumburger Schüler-Praktikant Micha Steinwachs (Mitte) in sozialliberaler Umgebung: Links FDP-Chef Guido Westerwelle, rechts der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy.