02.04.2007
MdB Edathy schaltet sich in Diskussion über Bahnstrecke Minden-Leese-Nienburg-Rotenburg ein
Besorgt über die Zukunft der Bahnlinie Minden-Rotenburg ist der Kreis-Nienburger Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy. Derzeit verkehren zwischen Minden und Rotenburg und auf umgekehrter Strecke (sogenannter Weser-Aller-Express) zwischen dem frühen Morgen und dem frühen Abend Züge im zweistündlichen Takt, die im Landkreis Nienburg an den Bahnhöfen Leese, Nienburg und Eystrup halten.
Die Verbindung ist zum einen für Pendler aus dem Landkreis Nienburg von Bedeutung, ermöglicht aber auch Fernreisenden eine gute und direkte Verbindung nach Nordrhein-Westfalen und nach Hamburg.
Nach Informationen Edathys prüft derzeit die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, ein Tochterunternehmen des Landes Niedersachsen, das Weiterbestehen der Strecke. Dies hat der Bundestagsabgeordnete zum Anlass genommen, in einem Brief an die Landesnahverkehrsgesellschaft diese dazu aufzufordern, den Personenverkehr auf der gesamten Strecke zu erhalten. Edathy: "Eine Streichung des Personenverkehrs zwischen Nienburg und Minden oder zwischen Nienburg und Rotenburg wäre unvernünftig und unverantwortlich."
Seines Wissens werde derzeit vor dem Hintergrund der laufenden Verbindungsprüfung durch die niedersächsische Landesverkehrsgesellschaft im Nachbarland Nordrhein-Westfalen seitens des Verkehrsverbundes Ostwestfalen-Lippe in Erwägung gezogen, die Weiterführung der bestehenden regionalen Zugverbindung Bielefeld-Minden bis nach Nienburg zu realisieren, sollte der Weser-Aller-Express zwischen Minden und Rotenburg eingestellt werden. Dann wäre der Personenverkehr zwischen Nienburg und Minden weiter möglich, zwischen Nienburg und Rotenburg aber nicht mehr. Dies wäre aber, so Sebastian Edathy, unbefriedigend. Sinnvoller sei, die Gesamtstrecke Minden-Rotenburg zu erhalten, was eine entsprechende Entscheidung der Landesverkehrsgesellschaft Niedersachsen voraussetze.
Edathy fragt die Landesverkehrsgesellschaft entsprechend nach den aktuellen Fahrgastzahlen auf der bestehenden Verbindung, aber auch für die einzelnen Streckenabschnitte (Minden - Petershagen - Leese - Nienburg - Eystrup - Dörverden - Verden - Rotenburg), und nach Prognosen für den Fall einer geänderten Fahrplangestaltung, falls etwa die Konzentration auf Pendlerzüge am Morgen und am späten Nachmittag in Erwägung gezogen werden sollte.
Der Bundestagsabgeordnete weist zudem auf ein Schreiben des Bundesverkehrsministeriums hin, in dem ihm am 29. März 2007 mitgeteilt wurde, dass seitens der Bundesregierung am Ziel eines zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Minden - Nienburg festgehalten werde, um Personen- und Güterverkehr zu entzerren. Das Bundesverkehrsministerium schreibt entsprechend mit Blick auf den Personenverkehr: "Eine Streckenstillegung (...) ist nicht bekannt und widerspräche auch den den Aussagen des Bundesverkehrswegeplans."
Diese klare Aussage, so Sebastian Edathy, mache zwar deutlich, dass eine Einstellung des Personenverkehrs zwischen Minden und Nienburg den planerischen Vorgaben des Bundes widerspräche und damit nicht zur Diskussion stehen könne. Es wäre allerdings problematisch, wenn zugleich zwischen Nienburg und Rotenburg der Personenverkehr eingestellt würde. Nötig sei, so Edathy, "ein Erhalt der Gesamtstrecke Minden - Rotenburg für den Personenverkehr, damit Nienburg nicht abgekoppelt oder zum Rumpfbahnhof wird". Alles andere sei nicht zuletzt deshalb unvernünftig, da der öffentliche Personennahverkehr gefördert und nicht abgebaut werden müsse, der Umstieg vom Auto auf die Bahn zu erleichtern sei und zudem viele Menschen keine Alterntive zur Nutzung des Zugverkehrs hätten.