25.07.2007
MdB Edathy Tagespraktikant im Schweinezucht-Betrieb Göckeritz
Besuche eines Innenausschuss-Vorsitzenden des Bundestages in einem Schweinestall sind eher selten. Als heimischer Bundestagsabgeordneter für den Landkreis Nienburg aber wollte Sebastian Edathy sich vor Ort einen persönlichen Eindruck von der Arbeit eines landwirtschaftlichen Betriebes machen und hatte sich hierfür den Schweinezucht-Betrieb von Tobias Göckeritz, dem Nienburger Kreislandwirt, in Sonnenborstel ausgesucht.
Einen ganzen Tag lang begleitete Edathy im Rahmen seiner diesjährigen "Sommerpraktikums-Woche" Göckeritz bei der Arbeit. Und die habe ihm, so Edathy, verdeutlicht, dass "Landwirtschaft zunehmend viel mit Management zu tun hat".
Die erste Überraschung für Edathy waren die hohen Hygiene-Standards des Familienbetriebes, den Göckeritz gemeinsam mit seiner Frau und seinem Mitarbeiter Andreas Struckmeier am Laufen hält: Vor dem Stallbesuch musste der Abgeordnete duschen und anschliessend in betriebseigene Kleidung schlüpfen. Dann ging es zu den Schweinen. Über 200 Muttersäue sind auf GöckeritzŒ Anwesen untergebracht. Und viele, viele Ferkel. Der Betrieb ist auf die Züchtung und Aufzucht von Ferkeln spezialisiert, die anschliessend an Mastbetriebe weiterverkauft werden.
Edathy liess sich über die verschiedenen Produktions-Schritte informieren, die mit der Besamung beginnen und gut fünf Monate später mit der Vermarktung des Nachwuchses enden - ein laufender Prozess, der erheblichen organisatorischen und pflegerischen Aufwand mit bringt.
Beeindruckt war der Abgeordnete nicht nur davon, dass die Leitung des Betriebes "eine wissenschaftliche Aufgabenwahrnehmung bedingt", u.a. hat jede Muttersau ihre eigene Karteikarte, müssen die Tiere situationsgerecht betreut und versorgt werden - auch die Haltungsbedingungen fand Edathy beachtlich: "Viel Platz" hätten die Tiere, die "einen ausgeglichenen Eindruck" auf ihn gemacht hätten.
Edathy nutzte den Besuch für intensive Gespräche mit Tobias Göckeritz. Um die mögliche Neugestaltung des Fleischgesetzes ging es dabei (wie transparent sind die Abrechnungen der Schlachtereien gegenüber den Landwirten?), um die Marktentwicklung. Und auch über die Genehmigung von neuen Stall-Bauten unterhielten sich MdB und Landwirt. Edathy: "Wir im Landkreis Nienburg sind überwiegend ein ländlicher Raum. Wenn Kleinstbetriebe aus mangelnder Wirtschaftlichkeit und wegen fehlender Nachfolger dicht machen, müssen wir den mittelgroßen Betrieben vernünftige Wachstumschancen geben, um deren Existenz zu sichern." Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Viehproduktion nach und nach in andere niedersächsische Regionen abwandere. Eine landwirtschaftsfreundliche Politik mit Augenmaß müsse darauf achten, dass zumal angesichts des anhaltenden Strukturwandels in der Landwirtschaft die berechtigten Interessen von Hofbetreibern berücksichtigt würden.
"Ich freue mich auf eine gute gemeinsame Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen im ländlichen Raum", sagte Tobias Göckeritz am Ende des Edathy-Besuches. Und der Abgeordnete stimmte gerne zu. Auch wenn er im Bundestag mehr mit der inneren Sicherheit als mit Fragen der Landwirtschaft befasst ist: Als Abgeordneter aus dem ländlichen Raum habe er immer ein offenes Ohr für die Belange des Landvolks, dem Göckeritz im Kreis Nienburg vorsteht.


Anlagen (2 Fotos):
Viel Schwein und wenig Schwein: MdB Sebastian Edathy im Kontakt mit den tierischen Bewohnern des Betriebes von Tobias Göckeritz in Sonnenborstel.