17.11.2008
MdB Edathy informierte sich über Integrationsarbeit in Schaumburg
Der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy, zugleich Vorsitzender des für Integrationspolitik zuständigen Innenausschusses des Parlaments, informierte sich jüngst im Kreishaus Stadthagen über die entsprechenden Aktivitäten des Landkreises Schaumburg.
Seit ziemlich genau drei Jahren ist dort die Landesbedienstete Betina Hartmann in der Leitstelle für Integration für diese Aufgabe zuständig.
Edathy war besonders interessiert an den Schaumburger Sprach- und Integrationskursen, die vom Bund gesetzlich festgeschrieben sind und auch vollständig finanziert werden. Diese Kurse richten sich nicht nur an neue Zuwanderer, sondern auch an solche Mitbürger, die vor längerer Zeit aus dem Ausland gekommen sind aber gleichwohl Förderbedarf bezüglich deutscher Sprachkenntnisse aufweisen.
Die 2005 eingeführten Kurse bestanden ursprünglich aus 600 Stunden Sprachunterricht, diese Zahl wurde mit Beginn des laufenden Jahres auf 900 Stunden aufgestockt. Besonders wichtig ist Edathy mit Blick auf kleinstädtisch bis ländlich geprägte Räume das Ziel, im kommenden Jahr auch kleinere Kurse ausreichend zu finanzieren. Edathy: "Man kann beim deutschen Sprachunterricht einen Analphabeten nicht neben einen Akademiker setzen, wir brauchen stärker differenzierte Kurse. Wenn das aber richtig ist, muss man jenseits der Ballungszentren auch Kursen mit zehn bis 15 Teilnehmern ein Stattfinden ermöglichen." Bisher erhalten die Kursträger, unter anderem die Schaumburger Volkshochschule, einen festen Betrag pro Teilnehmer. Man sollte künftig zu einer Staffelung kommen, so Edathy, also etwa für die ersten zehn Teilnehmer den Kurs-Veranstaltern einen höheren Betrag vergüten als für weitere Kurs-Besucher, um auch die Einrichtung kleinerer Unterrichts-Gruppen zu ermöglichen.
Er halte es zudem für sinnvoll, dass der Bund auch niedrigschwellige Angebote wie "Mama lernt Deutsch" in Kindergärten finanziell unterstützt, um insbesondere Mütter von Kindern mit Migrationshintergrund zu erreichen, sagte Edathy im Gespräch mit Hartmann und der zuständigen Kreis-Dezernentin Ursula Müller-Krahtz.
Sehr positiv bewertet Edathy die in Schaumburg erfolgte und noch weiter laufende Gewinnung sogenannter Integrationslotsen, die sich ehrenamtlich für eine stärkere Einbindung von ausländischen Bürgerinnen und Bürgern in das Gemeinwesen einsetzen.
"Das ist vorbildlich", unterstrich der Abgeordnete. Integration sei ein Prozess, der sowohl im Interesse der Zuwanderer wie der aufnehmenden Gesellschaft liege: "Es gibt im Interesse der Demokratie keine Alternative zu einem guten Zusammenleben".

Schaumburgs Integrationsstellen-Leiterin Betina Hartmann, die zuständige Dezernentin Ursula Müller-Krahtz und der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (v. links) vor dem Schild des Kreishauses.