17.12.2008
Friseurbesuch als Abenteuer - Amerikanerin kommt dank Austauschprogramm nach Loccum
Ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des Kongresses der USA ermöglicht es jungen Menschen, für ein Jahr auf einem für sie fremden Kontinent zu leben. Die Amerikanerin Sarah Shindelman hat sich beworben, ist angenommen worden und lebt seit einigen Monaten in Loccum.
"I miss my family.“ Ihre Familie vermisst Sarah Shindelman, alles andere, was sie bisher in Deutschland vorgefunden hat, ist so, wie sie es sich gewünscht hat: die freundliche Aufnahme in einer Familie, die Schule, die Kultur, das Lernen einer fremden Sprache und selbst die Fortführung ihres Ballett-Unterrichts. Seit August dieses Jahres ist die 18-jährige Amerikanerin in Deutschland und hat für ein Jahr eine Heimat beim Ehepaar Lampe in Loccum gefunden.
In Amerika ist Sarah Shindelmann bereits mit der Schule fertig, im Landkreis Nienburg drückt sie nun doch wieder die Schulbank – in der elften Klasse des Gymnasiums Stolzenau. Als sie hierher gekommen sei, habe sie kein Wort Deutsch gekonnt, erzählt sie. Das habe sich schon sehr geändert, wie auch ihre Gasteltern, Petra und Dietmar Lampe, bestätigen. Sarah sei sehr selbständig und wolle unbedingt und viel lernen, sagen beide. Petra Lampe erinnert sich, wie ihr "Kind auf Zeit“ zum ersten Mal in Deutschland zum Friseur gehen wollte: "Die acht Kilometer nach Rehburg wollte sie unbedingt mit dem Fahrrad fahren und auch in dem Salon ohne Hilfe erklären, wie sie sich ihre Frisur vorstellt.“ Das Ergebnis sei gut geworden, Friseuse und Schülerin würden sich wohl noch lange an die etwas schwierige aber letztlich gelungene Kommunikation erinnern.
Möglich geworden ist dieses Jahr, dieses Abenteuer "Deutschland“, für Sarah Shindelman durch ein Austauschprogramm vom Bundestag und dem amerikanischen Kongress. Finanzielle Unterstützung bietet das Programm unter anderem an, seit Jahren wirbt der heimische Abgeordnete Sebastian Edathy dafür. In den zehn Jahren, die er im Bundestag sei, sei in neun Jahren jeweils ein Jugendlicher aus seinem Wahlkreis dank dieses Programms in die USA gefahren, berichtet er. Neugierig auf die Erfahrungen, die die amerikanischen Schüler in Deutschland machen, meldete er sich zu einem Besuch bei der Familie Lampe an – und freute sich, dass die deutsch-amerikanische Kooperation derart gute Früchte trägt.
Schüler, die Informationen zu dem Programm haben möchten, können sich mit Edathys Büro in Berlin unter der Telefonnummer (0 30) 2 277 57 54 oder per Email (sebastian.edathy@bundestag.de) in Verbindung setzen.

Dietmar und Petra Lampe empfangen gemeinsam mit Sarah Shindelmann MdB Sebastian Edathy. Ganz links im Bild: Der afghanische Abgeordnete Khalid Pashtoon, der Edathy beim Besuch begleitete.