13.08.2009
Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker spricht in Rinteln zum Thema "Neue Energiepolitik im Treibhaus"
Ein prominenter Referent spricht auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy am Donnerstag, 20. August, um 19.30 Uhr im Ratskeller Rinteln (Marktplatz 6): Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Mitglied des Club of Rome und 2008 Träger des Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
"Neue Energiepolitik im Treibhaus", lautet das Thema.
Edathy: "Das Klima ist in Gefahr. Das zeigen aktuelle Studien drastisch. Die Weltgemeinschaft versucht, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber früheren Zeiten zu begrenzen. Schon dies ist eine äußerst ehrgeizige Zielsetzung. Ohne entschlossenes Umsteuern ist es nicht zu erreichen: wir müssen effizienter werden im Umgang mit Energie."
Dass dies machbar und für Deutschland und seine Arbeitsplätze sogar eine echte Chance ist, davon ist Ernst-Ulrich von Weizsäcker überzeugt. Er arbeitet gerade an einem neuen Buch mit dem Titel "Faktor Fünf", in dem er aufzeigen will, dass sogar die Stahl- und Zementindustrie fünfmal effizienter werden kann als heute.
Bei der Veranstaltung wird Professor von Weizsäcker Einblicke in seine Werkstatt geben. Er meint, dass von Deutschland die Technologien für einen neuen Wachstumszyklus ausgehen können. Wirtschaftlicher Erfolg und Verbesserung des Klimaschutzes müssen sich keineswegs ausschließen, so die These von Weizsäckers.
Ernst-Ulrich von Weizsäcker, geboren 1939 in Zürich, war von 1975 bis 1980 Präsident der Universität Kassel. 1981 wechselte er als Direktor an das UNO-Zentrum für Wissenschaft und Technologie nach New York. Nach verschiedenen Stationen in Leitungsfunktionen bei Klima- und Umweltforschungsinstituten wurde von Weizsäcker im Jahr 1998 in den Deutschen Bundestag gewählt, wo er zwischen 2000 und 2002 Vorsitzender der Enquete-Kommission "Globalisierung der Weltwirtschaft" und anschließend bis 2005 Vorsitzender des Umweltausschusses war. Im Januar 2006 folgte er einem Ruf als Dekan der renommierten kalifornischen Umwelthochschule in Santa Barbara, ein Amt, das er bis Ende 2008 innehatte. 2008 wurde ihm von Bundespräsident Horst Köhler der Deutsche Umweltpreis verliehen. Seit 1971 ist er Mitglied im Club of Rome. Seine Bücher "Erdpolitik" und "Faktor Vier" haben ihn weltweit bekannt gemacht. Heute leitet er das UNO-Panel für nachhaltiges Ressourcenmanagement.
Anlage (Foto):
Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker