25.08.2009
MdB Steffen Reiche referierte über 20 Jahre deutsche Einheit
Fast 50 Gäste haben sich jetzt im Ostdeutschen Heimatmuseum in Nienburg eingefunden, um mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Steffen Reiche über eine Zwischenbilanz der Wiedervereinigung zu diskutieren.
Reiche war in den Wendezeiten Mitbegründer der ostdeutschen SPD und bis zu seiner Wahl in den Bundestag Bildungsminister des Landes Brandenburg.
Er war auf gemeinsame Einladung des Ostdeutschen Heimatmuseums und des SPD-Unterbezirkes Nienburg an die Weser gekommen, Grußworte hielten Museumsleiter Dieter Lonchant und SPD-Kreisvorsitzende Elke Tonne-Jork, die Moderation des Abends übernahm der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy, der den Auftritt seines Kollegen vermittelt hatte.
"Das Festhalten der Westdeutschen am Grundgesetz und die Nichtaufgabe des Freiheitswillens der Ostdeutschen haben die Einheit möglich gemacht", führte Steffen Reiche in seiner Rede aus. Letztlich hätten die feste Westeinbindung der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer und später der Dialog mit dem Osten unter Willy Brandt die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die friedliche Revolution möglich wurde und gelingen konnte. Dass der Beitritt eines strukturell unterentwickelten Landes mit 17 Millionen Einwohnern zur Bundesrepublik bis heute nicht zu gleichwertigen Lebensverhältnissen geführt habe, sei nicht verwunderlich. Wer vor 20 Jahren den Eindruck erweckt habe, die Gestaltung der deutschen Einheit sei eine rasch zu erledigende Aufgabe, habe sich geirrt - "wir haben es mit einem Generationenprojekt zu tun", so Reiche. Dabei bestehe durchaus Grund zu Optimismus. Er, so Reiche, erlebe in seinem Bundestagswahlkreis mehr und mehr junge Leute, die sich nicht als Ostdeutsche, sondern als Bürger der Bundesrepublik sehen würden. Auch MdB Sebastian Edathy unterstrich: "Wir hatten 40 Jahre lang eine unterschiedliche Geschichte, seit 20 Jahren habe wir eine gemeinsame Zukunft. Und dafür können wir dankbar sein."
Anlage (Foto):
Veranstalter und Gast im Ostdeutschen Heimatmuseum: MdB Sebastian Edathy, SPD-Kreisvorsitzende Elke Tonne-Jork, Referent MdB Steffen Reiche und Museumsleiter Dieter Lonchant (v. links)