08.09.2009
SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler besuchte AWO-Seniorenzentrum Marklohe
Wie kann man den Pflegeberuf bei einem wachsenden Bedarf an Fachkräften attraktiver machen? Dies war die Leitfrage eines Besuches, den jetzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Deutschen Bundestag, Ludwig Stiegler, und der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy dem AWO-Seniorenzentrum Marklohe abstatteten.
"Durch bessere Bezahlung", meinte im gemeinsamen Gespräch die Leiterin der Einrichtung, Karola Holweg. Sowohl in Sachen öffentlicher Anerkennung als auch bezüglich der finanziellen Ausstattung stehe meist die Medizin im Vordergrund und die Pflege im Schatten. Die Belegschaft auskömmlich bezahlende Pflegeheime stünden zudem unter erheblichem Konkurrenz-Druck durch Häuser, die zu Niedrigstlöhnen beschäftigten.
Die Abgeordneten Stiegler und Edathy unterstrichen, dass in der Tat eine bessere Entlohnung, verbunden mit einer besseren Ausbildung, angestrebt werden müsse. Sinnvoll sei es zudem, die Ausbildung kostenfrei zu stellen - derzeit müssen angehende Altenpfleger ein Schulgeld in Höhe von ca. 200 Euro pro Monat zahlen. Edathy: "Damit schreckt man ab, wir müssen aber zur Ergreifung gerade dieses Berufes ausdrücklich ermuntern."
Pflegeleiterin Gisela Lohse begrüßte, dass der Bundestag die Pflegeleistungen verbessert und den Heimen die Beschäftigung von sogenannten Alltagshelfern für Demenzkranke ermöglicht habe. "Das entlastet das Pflegepersonal erheblich", so Lohse. Ein Problem sei allerdings, dass sich die Krankenkassen bei der Einstufung von Pflegebedürftigen zu viel Zeit ließen, oftmals müsse dann das Heim in Vorleistung gehen.
Ludwig Stiegler wies darauf hin, dass die absehbar steigenden Ausgaben für den Pflegebereich am ehesten durch die Einführung einer Bürgerversicherung aufgebracht werden könnten, zumal der Satz "Pflegen kann jeder" falsch sei. Die körperliche und auch psychische Belastung seien hoch, entsprechend bedürfe es besserer Rahmenbedingungen für die Pflegearbeit. Und nur dann, so Stieglers Fazit, könne es auch gelingen, die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Bereich nachhaltig zu vergrößern.
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Begegnung in Marklohe: AWO-Kreisvorsitzender Hans-Ulrich Hasslinger, AWO-Pflegeleiterin Gisela Lohse, AWO-Bezirksvorstandsmitglied Peter Gruber, MdB Sebastian Edathy, MdB Ludwig Stiegler, AWO-Qualitätsbeauftragte Regine Pflüger, AWO-Seniorenzentrumsleiterin Karola Holweg und MdL Grant Hendrik Tonne (v. links)