18.09.2009
Entscheidung über Jobcenter-Zukunft drängt
MdB Edathy und Hamburgs Altbürgermeister Runde besuchten Arbeitsagentur und Jobcenter Nienburg. Wo liegen die Probleme der Nienburger Agentur für Arbeit? Welche Chancen hat sie genutzt, welche Projekte in Planung, und wie ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Nienburg?
Mit diesen Fragen sind der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (SPD) und Ortwin Runde, ehemaliger Hamburger Bürgermeister und ebenfalls sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter, zum Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Nienburg, Harald Büge, gekommen.
Rund 9.000 Arbeitslose seien derzeit in seinem Zuständigkeitsbereich registriert, berichtete Büge. Geringfügig mehr als in 2008 sei das, aufgrund der Konjunkturkrise habe er allerdings mit einem wesentlich deutlicheren Anstieg der Arbeitslosenzahlen gerechnet. "Das ist auch den ARGEn geschuldet", meinte er und wies auf Klaudia Silbermann, Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice im Landkreis Nienburg (ARGE).
Viele Stellen habe sie vermitteln können, berichtete Silbermann, an neuen Ansätzen arbeite sie noch. So sei der Versuch, Teilzeit-Ausbildungsplätze einzurichten, bislang noch nicht in größerem Umfang gelungen. Dem hohen Anteil sehr junger Alleinerziehender wolle sie mit diesem Konzept aber begegnen und im kommenden Jahr verstärkt mit den Handwerkskammern daran arbeiten.
Sieben Prozent weniger Ausbildungsplätze seien in diesem Jahr gemeldet worden, fügte Büge hinzu. Das sei aber nicht dramatisch, da dem 14 Prozent weniger Bewerber gegenüber stünden.
Als politisch guten Ansatz bezeichnete Runde die Förderung von Gebäudesanierungen mit dem Konjunkturpaket. Büge bestätigte das und führte aus, dass in der Kreishandwerkerschaft mit Ausnahme der Hochbauer eine durchweg gute Stimmung herrsche. Da die Förderung in Niedersachsen schnell angeschoben worden sei, hätten viele Handwerker schon in diesem Sommer davon profitieren können.
Bekümmert blicken Büge und Silbermann allerdings auf die ungewisse Zukunft der ARGEn. Unruhe mache sich langsam bei den Mitarbeitern breit, meinte Silbermann. Edathy sagte, er habe den Eindruck, dass die ARGEn gute Arbeit leisteten, und die solle auch weiter geführt werden. Leider habe dies die CDU bislang verhindert. "Egal wie die Mehrheiten im Parlament nach der Wahl aussehen werden – in diesem Jahr passiert nichts mehr", sagte Edathy bedauernd. Sollte die SPD weiter Regierungsverantwortung tragen, würde sie aber schnell darauf drängen, dass Planungssicherheit geschaffen werde.
Foto:
Hamburgs Altbürgermeister Ortwin Runde (links) und MdB Sebastian Edathy vor der Nienburger Arbeitsagentur