22.09.2009
MdB Sebastian Edathy und Unternehmer Vural Öger besuchten die Nienburger Lehmwandlung
Er kam mit 18 Jahren aus der Türkei zum Studium nach Deutschland. Heute ist er einer der erfolgreichsten Unternehmer in unserem Land: Vural Öger, Gründer und Betreiber des Touristik-Unternehmens "Öger Tours" - Jahresumsatz? 700 Millionen Euro!
Auf Einladung des heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy war Vural Öger jetzt zu Besuch im Nienburger Stadtteil Lehmwandlung. Die Entwicklung dort wird seit etlichen Jahren aus dem Bundesprogramm "Soziale Stadt" gefördert.
"Bildung ist der Schlüssel zu den vielen Türen in unserem Land", sagte Öger im Gespräch mit Projektleiterin Barbara Weißenborn, Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes und zahlreichen weiteren Teilnehmern des Zusammentreffens. Wenn es gelinge, jedem Kind - unabhängig von seiner Herkunft und seinem sozialen Hintergrund - gleiche Förderung zukommen zu lassen, sei ein Zustand erreicht, der die Vererbung von Perspektivlosigkeit überwinde.
MdB Sebastian Edathy ergänzte, dass Herkunft nicht über Zukunft entscheiden dürfe: "Jeder junge Mensch muss uns gleich viel wert sein." Beachte man diesen Grundsatz nicht, seien die Weitergabe von Armutserfahrungen und das Auseinanderdriften der Gesellschaft vorprogrammiert.
Vural Öger im Gespräch: "Ich konnte in Deutschland als gebürtiger Türke zum erfolgreichen Unternehmer werden, weil meine Eltern eine gute Bildung hatten und darauf Wert legten, dass ich auch eine gute Bildung erhalte." Die Kinder aus bildungsferneren Bevölkerungsgruppen - egal ob mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte - hätten diese Chance nur dann, wenn sie ausserhalb der Familie Förderung und Unterstützung erhielten. Öger: "Und deshalb sind Projekte wie hier in der Nienburger Lehmwandlung wichtig!"
Barbara Weißenborn erläuterte die einzelnen Maßnahmen, die vor Ort auf den Weg gebracht worden seien. Von der Hausaufgabenhilfe bis zur Elternberatung.
Edathys Fazit des Gesprächstermins: "Es gibt keine Alternative zu einem guten und friedlichen Zusammenleben. Und wir dürfen keinen Menschen verloren geben, erst recht kein Kind." Jeder Mensch habe das Potenzial, sein Leben zu meistern und auf eigenen Füßen zu stehen. Chancengerechtigkeit bedeute hierbei aber, dass "die Kinder mit schlechteren Startchancen nicht dauerhaft schlechtere Zukunftschancen haben", so Edathy.
Anlage (Foto):
Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes, Unternehmer Vural Öger, MdB Sebastian Edathy und Stadtteil-Managerin Barbara Weißenborn vor dem Lehmwandlungs-Begegnungszentrum in Nienburg (v. links)