23.03.2009
Meldung von AFP
Edathy: Schützenvereine können Jugendlichen helfen - SPD-Politiker gegen höheres Einstiegsalter für Sportschützen
Baden-Baden, 23. März (AFP) - In der Diskussion um Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden hat sich der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy (SPD) gegen ein höheres Einstiegsalter für Sportschützen ausgesprochen. Psychologen hätten herausgefunden, dass die "Arbeit in Schützenvereinen auch vielen Jugendlichen hilft - bei Konzentrationsschwierigkeiten zum Beispiel", sagte Edathy am Montag dem SWR. Wenn diese Vereine Mitglieder gewinnen wollten, müssten sie wie andere Sportvereine auch Nachwuchs heranziehen dürfen.
Angehörige der Amoklauf-Opfer hatten zuvor in einem offenen Brief gefordert, den Zugang junger Menschen zu Waffen einzuschränken. Nach jetziger Rechtslage dürfen Jugendliche je nach Waffentyp mit zwölf beziehungsweise 14 Jahren mit dem Schießsport beginnen.
Die durch den Amoklauf ausgelöste Diskussion über ein schärferes Waffenrecht sei eher ein Audruck von "Hilflosigkeit" als von sinnvollen Überlegungen, sagte Edathy weiter. Bei Straftaten mit legalen Waffen gebe es in Deutschland "ausgesprochen niedrige Zahlen". Deshalb sei es unangemessen, "die Jäger und Schützen in Deutschland einer Art Generalverdacht zu unterstellen".