16.03.2009
Meldung von ddp
Edathy für Aufnahme unschuldiger Guantanamo-Häftlinge
Berlin (ddp). Der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy hat sich für die Aufnahme unschuldiger Guantanamo-Häftlinge in Deutschland ausgesprochen. Insgesamt gehe es um 50 Menschen, die seit Jahren im US-Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert seien, denen aber nichts zur Last gelegt werden könne, und die weder in den USA bleiben noch in ihre Herkunftsländer zurückkehren könnten, sagte Edathy am Montag im ARD-«Morgenmagazin». Die Frage sei, ob Europa 20 bis 25 davon aufnehmen könne. Auf Deutschland entfielen etwa «eine Hand voll». «Es geht um unschuldige Menschen, nicht um Terrorverdächtige», betonte Edathy.
Zwar sei Guantanamo ein amerikanisches Problem und müsse in erster Linie von den USA gelöst werden. Wenn Deutschland jedoch humanitäre Mitverantwortung übernehmen könne, «sollten wir das auch tun», sagte der SPD-Politiker. Deutschland habe parteiübergreifend immer die Schließung des Gefangenenlagers gefordert, und wenn der neue US-Präsident Barack Obama jetzt um Hilfe bitte, «fände ich es schäbig und nicht nachvollziehbar und auch inkonsequent, wenn wir uns dem verweigern würden».