08.05.2009
Meldung von dpa vom 8. Mai 2009
Weiter Debatte über Waffenrecht
Berlin (dpa) - Ungeachtet der sich abzeichnenden Einigung in der großen Koalition über eine Verschärfung des Waffenrechts geht die Diskussion darüber weiter. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin»: «Die größte Gefahr geht von illegalen Waffen aus.» Deswegen sei es nicht sinnvoll, Waffen nur in den Räumen der Schützenvereine zu lagern. Die Gefahr von Einbrüchen sei zu groß. Er sprach sich stattdessen für Kontrollen und eine biometrische Sicherung der Waffen aus. Schünemann wandte sich gegen ein generelles Verbot großkalibriger Waffen: «Jäger brauchen großkalibrige Waffen.»
Widerspruch kam von Gisela Mayer vom «Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden». Sie sagte in der Sendung, die angedachten Gesetzesänderungen gingen nicht weit genug. Nötig sei ein Verbot großkalibriger Waffen; Sport könne man auch mit kleinkalibrigen Waffen betreiben. Im Gegensatz zu Schünemann sprach sie sich dafür aus, Schusswaffen generell in den Vereinsräumen aufzubewahren. Mayers Tochter war bei dem Amoklauf erschossen worden.
Bei der erwogenen Verschärfung sind unterdessen wohl doch keine Wohnungskontrollen gegen den Willen der Waffenbesitzer vorgesehen. Das sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), dem «Münchner Merkur» (Freitag). Auch Unions- Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) beteuerte in der «Welt», daran sei «überhaupt nicht gedacht».