12.03.2009
Meldung von Reuters vom 12. März 2009
Forderung nach Metalldetektoren an Schulen
Berlin, 12. Mär (Reuters) - Nach dem Amoklauf von Baden-Württemberg ist in der Politik die Forderung nach einem Einsatz von Metalldetektoren an Schulen laut geworden. Die Geräte sollten zumindest in den Schulen eingesetzt werden, in denen bereits ein Umlauf von Waffen festgestellt worden sei, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy, der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). Einen flächendeckenden Einsatz der Detektoren hält der SPD-Politiker aber nicht für nötig. Edathy sprach sich zudem gegen eine abermalige Verschärfung des Waffenrechts aus. "Wir sind auf der Höhe der Zeit", sagte er.
Ähnlich äußerte sich auch die Gewerkschaft der Polizei. "Ich glaube nicht, dass wir weitere Änderungen benötigen", sagte der GdP-Vorsitzenden Konrad Freiberg der Zeitung "Neue Presse" aus Hannover. Das deutsche Waffenrecht sei streng wie nie zuvor. Die Bestimmungen waren nach dem Amoklauf von Erfurt 2002 und im vorigen Jahr verschärft worden.
Ein 17-Jähriger hatte am Mittwoch in Baden-Württemberg bei einem Amoklauf in seiner früheren Schule und seiner anschließenden Flucht 15 Menschen erschossen und sich dann nach Erkenntnissen der Polizei selbst getötet. Die Lehrergewerkschaften fordern als Konsequenz aus der Tat den verstärkten Einsatz von Schulpsychologen. Im internationalen Vergleich sei die personelle Ausstattung der deutschen Schulen mit Psychologen katastrophal, sagte der GEW-Vorsitzende Ulrich Thörne der "Thüringer Allgemeinen". Ob die Tat durch mehr Fachpersonal hätte verhindert werden können, sei aber nicht klar. Auch der Deutsche Lehrerverband forderte mehr psychologisch geschultes Personal.