01.08.2009
Meldung von AP vom 1. August 2009
dsa - Kritik an Bouffier wegen Terrorwarnung
Berlin (AP) Die Warnung des hessischen Innenministers Volker Bouffier vor Massengeiselnahmen durch islamistische Terroristen vor der Bundestagswahl ist bei anderen Politikern auf Unverständnis getroffen. «Ich empfinde die Äußerung von Herrn Bouffier als Wichtigtuerei», sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), der «Welt am Sonntag» laut Vorabmeldung.
Es sei schon länger klar, dass es vor der Bundestagswahl eine erhöhte abstrakte Gefahrenlage gebe. Aber die Sicherheitsbehörden seien gut aufgestellt. «Es gibt keinen Grund, die Öffentlichkeit mit solchen Warnungen zu verunsichern», wurde Edathy zitiert Der bayrische Innenminister Joachim Hermann (CSU) sagte der Zeitung, die größte Gefahr für die innere Sicherheit gehe derzeit vom internationalen islamistischen Terrorismus aus. «Aber ich warne davor, in Panik zu verfallen. Deutschland steht zwar im Fadenkreuz islamistischer Terroristen, den bayerischen Sicherheitsbehörden liegen derzeit aber keine konkreten Hinweise auf Terroranschläge in Deutschland vor.»
Man müsse wachsam sein, dürfe sich aber nicht einschüchtern lassen, sagte Herrmann. Fakt sei allerdings auch, dass «der kranken Fantasie von Terroristen keine Grenzen gesetzt sind». Das hätten die Massengeiselnahmen im Moskauer Musical-Theater im Jahr 2002 oder in Beslan im Jahr 2004 gezeigt.