18.07.2009
Meldung von ddp vom 18. Juli 2009
SPD-Politiker fordert freiwillige Selbstkontrolle für den Buchhandel
Hamburg (ddp). Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy will die Verbreitung rechtsextremistischer Bücher über das Internet erschweren. Der SPD-Politiker regt die Gründung einer «freiwilligen Selbstkontrolle» (FSK) des Buchhandels an, die ähnlich wie in der Filmindustrie NS-verherrlichende oder volksverhetzende Inhalte frühzeitig identifizieren und deren Verbreitung verhindern soll, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete.
In der Vergangenheit tauchten den Angaben zufolge immer wieder rechtsextremistische Titel in den Angeboten von Internethändlern auf, die - oft über Drittanbieter aus dem Ausland - problemlos bestellt werden konnten. Bei einer Stichprobe Anfang Juli stellte das American Jewish Committee (AJC) rund 60 antisemitische oder revisionistische Bücher auf den deutschen Seiten von Amazon.de fest.
AJC-Sprecherin Deidre Berger warnte im «Spiegel» vor einer «immer weiter um sich greifenden Verbreitung von Hass-Literatur», die mit Hilfe eines «ethischen Kodexes» vom Buchhandel geächtet werden müsse.
Bei Amazon hieß es dagegen, die richtige Antwort auf diskussionswürdige Literatur sei nicht deren Entfernung, sondern mehr Diskussion. Man nehme deshalb keine eigene inhaltliche Bewertung vor, sondern verlasse sich auf die Justiz und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. «Deswegen werden Kunden bei uns auch in Zukunft Titel finden, in denen unkritische und bedenkliche Inhalte bezüglich des Nationalsozialismus geäußert werden» - auch wenn Amazon nicht mit solchen Meinungen sympathisiere.