05.10.2010
SPD-Verteidigungsexperte sprach in Nienburg
Auf Initiative des SPD-Ortsvereins Nienburg und Vermittlung des heimischen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy referierte jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil in der Nienburger "Bürgerhalle". Vor über 40 Gästen, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne, sprach und diskutierte Klingbeil, der Mitglied im Verteidigungsausschusses des Parlaments ist, über die anstehende Strukturreform der Bundeswehr und die Aufgaben der Armee insbesondere im Rahmen internationaler Missionen.
Klingbeil machte zum einen deutlich, dass die von der Bundesregierung angestrebte Aussetzung der Wehrpflicht und die deutliche Reduzierung von Berufssoldatinnen und -soldaten Auswirkungen auf Anzahl und Größe der Bundeswehrstandorte haben werden. Was dies konkret für den Bundeswehrstandort in Nienburg-Langendamm bedeuten könnte, sei allerdings gegenwärtig noch nicht absehbar, da das Verteidigungsministerium bislang keine Überlegungen für künftige Standortplanungen verkündet habe. Sebastian Edathy unterstrich, sich als regionaler Bundestagsabgeordneter für einen Erhalt des Standortes einzusetzen. In der Vergangenheit sei es gelungen, zukunftssichere Truppenteile in Langendamm zu stationieren, die sicherlich weiter Bestand hätten. Möglicherweise werde es aber darauf ankommen, dafür zu kämpfen, dass es nicht zu einer Verlegung dieser Kräfte komme.
Breiten Raum nahm in der von Nienburges SPD-Vorsitzendem Horst Prüfer moderierten Veranstaltung der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ein. Klingbeil unterstrich hierbei, dass es eine "klare Abzugsperspektive" geben müsse. Bedingung für einen Abzug müsse sein, dass die afghanische Regierung mittels eigener Polizei- und Militärkräfte die Sicherheit im eigenen Land ohne ausländische Hilfe bewältigen könne, damit eine Rückkehr von Kräften, die den internationalen Terrorismus unterstützen, an die Macht in Afghanistan verhindert werde. Sebastian Edathy ergänzte, dass es zudem gelte, "regionale Verantwortung" zu stärken, u.a. durch die Einbeziehung von Indien aber auch des Iran, beide Länder hätten ein starkes eigenes Interesse an Stabilität in Afghanistan.
Die Ausrüstung der Soldaten, das Für und Wider des Afghanistan-Einsatzes, aber auch die anstehende Neuordnung der Bundeswehr prägten die intensive Diskussion. Hierbei blieb keine gestellte Frage unbeantwortet.
Anlage (Foto)
MdB Lars Klingbeil, Nienburgs SPD-Vorsitzender Horst Prüfer und MdB Sebastian Edathy (v. links)