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31.08.2007
R. Tasch
| ruenitaki at online punkt de
Sehr geehrter Herr Edathy,
der hiesigen Mainzer Rhein Zeitung konnte ich entnehmen, daß Sie überzeugter Raucher sind und, so das Zitat, das geltende Rauchverbot in Ihren eigenen Büroräumlichkeiten für "hochgradig albern" halten.
BRAVO zu dieser Aussage, nur, warum stimmen Sie denn dafür? Ich bin jetzt 50 Jahre alt und rauche seit 35 Jahren. Unser Altbundeskanzler Schimdt fast doppelt so lange. Und der lebt immer noch.
Bis jetzt ist nachweislich am Rauchen und zwar ausschließlich aus diesem Grund noch kein einziger Mensch auf der Welt gestorben, denn das hieße, sämtliche Umweltfaktoren negieren zu können und das Resultat bliebe dasselbe. Nur, wenn dem so wäre, warum der Wirbel um den Klimaschutz, spielt doch offensichtlich sowieso keine Rolle.
Um was es vielmehr geht ist der zunehmende Eingriff in bürgerliche Freiheiten, die den Staat, mit Verlaub, einen Dreck angehen.
Je nach Gusto, vielleicht haben wir ja mal einen Abstinenzler als Vorreiter, geht es dann ans Bier, den Wein oder sonstwas? Sex und Autos sind auch ganz schlimm, da müßte doch noch was zu machen sein. Warum Rente schon mit 67, warum nicht gleich 70. Ist eine schöne runde Zahl und ob dann das Leben 3 Jahre länger keinen Spaß mehr macht ist doch auch egal.
Da wir hier in Rheinland-Pfalz, im Gegensatz zur Bundesrepublik, eine Verfassung haben, kündige ich jetzt schon eine Verfassungsbeschwerde gegen das beabsichtigte Raucherdiskriminierungsgesetz an, soweit es sich um Gaststätten handelt, da es sich meiner Meinung nach um einen unzulässigen Eingriff in private Rechtsverhältnisse handelt.
Als Bundestagsabgeordneter sitzen Sie für das Volk im Parlament in Berlin und nicht für Ihre Partei. Sofern Sie anderer Überzeugung sind, und das entnehme ich Ihren Aussagen, stehen Sie dafür ein, das imperative Mandat gibt dazu die Möglichkeit.
Ich bin so erzogen worden, meine Meinung und Ansichten
zu äußerm, diese zu leben, dafür einzustehen und, falls dem so wäre, dafür einzustehen. Eine Haltung, die offensichtlich den meisten Deutschen abgeht, denn sonst wäre das, was derzeit geschieht, nicht machbar.
Mit freundlichen Grüßen
R. Tasch
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Kommentar von Sebastian Edathy, MdB:
Gemach, gemach, Herr Tasch! Ich war gegen das generelle Rauchverbot im Bundestag, und zwar aus einem einfachen Grund: Einem rauchenden Abgeordneten im eigenen, nur von ihm selbst genutzten Büro das Rauchen zu verbieten, ist kein Nichtraucher-Schutz, sondern Raucher-Diskriminierung. Leider war eine Mehrheit des Bundestages anderer Auffassung. Demokratie funktioniert aber nur, wenn mehrheitlich beschlossene Regelungen von allen eingehalten werden. Das heisst natürlich nicht, dass man darauf verzichten muss, für eine Änderung dieser Regelung zu werben. Ich bin übrigens grundsätzlich sehr wohl für den Nichtraucherschutz und halte es für unbestreitbar, dass Rauchen der Gesundheit abträglich ist. Man muss bei dieser Frage eine vernünftige Balance finden. Wenn sich mehrere Personen in einem Raum aufhalten und eine davon das Rauchen für unerwünscht hält, ist es meines Erachtens eine Selbstverständlichkeit, dass dann nicht geraucht wird.
31.08.2007
Jürgen Oelschlegel
| kontakt at sv-oelschlegel punkt de
Sehr geehrter Herr Edathy,
ich danke für die "überzeugenden" Zahlen. Wenn Sie die bereits zum Zeitpunkt Ihrer Bemerkung im Hinterkopf hatten, wäre es sinnvoll gewesen, darauf zu verweisen, daß Sie sich auf den stochastischen
Teilaspekt ihrer Behauptung beschränken, um mögliche Falschinterpretationen, wie beispielsweise eine
womögliche Diskriminierung der sächsischen Provinz und ihrer Bewohner zu vermeiden.
Si tacuisses ...,
Grüsse aus Leipzig.
Jürgen Oelschlegel
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Kommentar von Sebastian Edathy, MdB:
Sehr geehrter Herr Oelschlegel, mir bleibt weiterhin unklar, worin Ihre Kritik an meinen Äusserungen besteht. Kritik am Boten, weil die Botschaft missfällt?! Und bitte verwechseln Sie nicht Stochastik mit Statistik. Zudem nehmen Sie, als Bürger Sachsens sollten Sie das wissen, bitte zur Kenntnis, dass in Ihrem Landtag die antidemokratische NPD sitzt, weil diese fast 10% der Bürger in Sachsen gewählt haben - auch in Mügeln. Wahlanalysen zufolge waren dies zur Hälfte Protestwähler, zur anderen Überzeugungstäter. Es gilt nicht "Si tacuisses", nicht die Aufforderung zum Schweigen, sondern die Notwendigkeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Ein Problem wird nicht dadurch gelöst, dass man seine Existenz bestreitet. Denken Sie doch darüber mal nach.
28.08.2007
anonym
| no at mail punkt de
Schöne Seite, ist wirklich gelungen!
24.08.2007
Lissy Welter
| lissy punkt welter at googlemail punkt com
Lieber Herr Edathy,
ich finde Ihr Engagement gegen den Rechtsextremismus vorbildlich und wünsche uns allen in Deutschland, dass sich immer mehr Menschen dem anschließen. Mügeln ist wieder ein Beispiel dafür, auf welch groteske Weise die Gefahr von Rechts verharmlost wird. Es ist fürchterlich, wenn ein Bürgermeister behaupten kann, solche Sätze wie "Hier regiert der Nationale Widerstand!" könne jedem schon mal über die Lippen kommen. Eine solche Gesellschaft wollen wir nicht!
22.08.2007
Samak
| samak_kxx- at yahoo punkt com
Sehr geehrter Herr Edathy,
Glückwunsch zu ihrer Internetpräsenz (INTRO!!!). Ihre Stellungname zu dem rassistischen Vorfall in Sachsen-Anhalt trifft sicherlich den Kern der Sache.
Ich kann die überheblichkeit der deutschen Rechtsradikalen nicht verstehen (in meiner Familie ist nur mein Vater Deutscher).
Deutschland braucht eine neue Idee, und diese Idee muss Einheit in Vielfalt heißen.
Wenn Deutschland zu seiner multikulturellen und mulitethnischen Realität endlich ein entspanntes Verhältnis hätte, hätte ich auch gegen ein Anwachsen des Nationalstolzes nichts einzuwenden, nach der Losung: Nationale Einheit in Nationaler Vielfalt!
Viele Grüße!
21.08.2007
Dieter Sippel
| DSerfurt at arcor punkt de
"Menschen mit dunkler Hautfarbe haben in Ostdeutschland ein um ein vielfach höheres Risiko."
Soweit Ihre Aussage. Warum mag das nun so sein?
Ich denke ich kann Ihnen das beantworten, nur Sie werden es nicht so nachvollziehen können wie selber.
Als wir noch DDR waren hatten wir auch verschiedene Nationalitäten im Land. Menschen aus Algier,Kuba,den verschiedenen Sowjetrepublicken der damaligen Sowjetunion,Vietnam,Ungarn,Polen um nur einige zu nennen. Mir ist aus meiner Heimatstadt Erfurt nicht ein einziger Fall bekannt wo man auf Ausländer eingeschlagen hat. Ich habe dann später mit verschiedenen Ausländern zusammen gearbeitet in der Optima und dem Funkwerk Erfurt. Nie gab es ausschreitungen. Wenn es mal passierte, ging es Eifersüchtige Partner. Ich will damit sagen, Wir hatten alle unsere Arbeit, auch die Ausländischen Bürger. Keiner brauchte angst zu haben das ein anderer seine Arbeit wegnimmt. Das wird das Hauptproblem im Osten Deutschlands sein. Unsere Bürger kannten keine Arbeitslosigkeit. Jetzt sind viel zu viel Bürger Arbeitslos. Hier sollten sich unsere Politiker mal mehr Gedanken machen wie sie das in den Griff bekommen. Wenn es für jeden Arbeit geben würde, hätten wir auch kein Rassistisches Problem.Jetzt komme ich wieder auf Ihre Aussage zurück. Ich denke in den alten Bundesländern liegt deren Anteil in der Hälfte gegenüber unseren Ländern.
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Kommentar von Sebastian Edathy, MdB:
Sehr geehrter Herr Sippel, vielen Dank für Ihren Eintrag in meinem Gästebuch. Vielleicht können Ihre Zeilen helfen, zu verstehen, wie viele Bürger/innen in Ostdeutschland empfinden. Nur kurz zu den Fakten: Der Anteil der nicht-deutschen Bevölkerung liegt bundesweit bei 9 Prozent und in den ostdeutschen Ländern bei unter 3 Prozent. Dass solche Zahlen nicht dafür taugen, eine hohe Arbeitslosigkeit im Osten Deutschlands zu begründen, liegt auf der Hand.
Ich berichte Ihnen jetzt mal etwas, das ich noch keinem erzählt habe: Ich war ungefähr 17 Jahre alt. Ein Westdeutscher. Und das Jahr war 1987. (Zum besseren Verständnis: Mein Vater war gebürtiger Inder, meine Mutter Mecklenburgerin). Ich saß in Schwerin auf einer Bahnhofsbank und wartete auf den Zug nach Westen. Und dann kam eine etwas ältere Frau auf mich zu und fragte mich, ob ich meditieren würde. Ich sagte ihr, das sei nicht der Fall, sondern ich würde lediglich auf den Zug warten. Sie war erkennbar enttäuscht. Aber sie hatte ein Bild von mir in ihrem Kopf, das ein positives Bild war. Ein Vorurteil gleichwohl und ein ziemlich dummes.
Ich glaube, dass in Mügeln viele negative Vorurteile in vielen dumpfen Köpfen bestanden. Und es ist das eine, sich idealisierter Vorstellungen zu erwehren oder gegenüber blankem Rasissmus.
Wissen Sie, ich hatte diesen Onkel, und sein Name war Gerhard Pusback, sein Familienname ist der Mädchenname meiner Mutter. Er lebte in Schwerin mit seiner Familie. Und wir sahen uns jedes zweites Jahr. Er hat mir eine Spielzeug-Landschaft mit aufziehbaren Modell-Autos und -Bussen gekauft, als ich 12 war. Und eigentlich konnte er sich das gar nicht leisten, was ich damals nicht wusste. Er hat das trotzdem gemacht. Und wir haben auf diesem Spielfeld ganze Nächte verbracht, Onkel Gerhard und ich, mit strategischen Entscheidungen - oder mit dem, was wir dafür hielten. Er war der Bruder meiner Mutter. Und ziemlich cool, wie ich ich damals fand. Ich glaube, ich werde nie mehr so unbeschwert durch Schwerin gehen wie in den 70er und 80er Sommer-Tagen. So wie in Ludwigslust und Hagenow. Als ich noch der "Kleine" war und im Amt Neuhaus mit 6 lieber lange die Kaninchen streichelte, um zu vermeiden, mit dem Rad zu See fahren zu müssen, weil ich lange Zeit Angst vorm Runterfallen vom Gepäckträger hatte. Das sind Kernteile meiner Kindheitserinnerungen.
Sehen Sie, Herr Sippel, das Problem sind nicht Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe. Das Problem ist, ob man das eigene Scheitern, das eigene Unvermögen, das eigene fruchtlose Streben anderen in die Schuhe schiebt oder selbst dafür Verantwortung übernimmt: Und dann besser wird und die Muskeln zwischen den Ohren trainiert. Und dann stolz ist auf das eigene Können!
Mein Onkel, wenn er noch lebte, würde das so sehen. Er würde keine "Ausländer" zum Sündenbock machen. Er würde sich auf veränderte Umstände einstellen und dazulernen.
21.08.2007
M. Lennartz
| nix at mail punkt de
Sehr geehrte Herr Edathy,
wieso verurteilen Sie nicht einmal die SPD wegen der Zunahme rechtsextremer Straftaten in Ostdeutschland? Auch eigene Kritikfähigkeit muss man besitzen!
Gerade die SPD trägt mit ihrer Sozialkürzungspolitik der letzte Jahre eine Hauptwortung für das Erstarken der Rechtsextremen. Sozialabbau und Existenzangst treibt die Menschen zu rechten Rattenfängern.
Die SPD sollte sich in Grund und Boden schämen.
MfG
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Kommentar von Sebastian Edathy, MdB:
Sehr geehrte/r Frau/Herr Lennartz, darf ich Ihre Frage so verstehen, dass Sie glauben, es gibt eine Rechtfertigung für rechtsextremistische Gewalt? Ich sage Ihnen hierzu ganz klar: Die gibt es nicht!
Zudem: Rechtsextremismus ist ein gesamtdeutsches
Problem, aber dieses Problem hat eine regional unterschiedliche
Ausprägung. Im Osten Deutschlands leben 20% der Gesamtbevölkerung, aber
50% der den Verfassungsschutzbehörden bekannten Rechtsextremisten. Von
den 1047 Gewaltdelikten mit rechtsextremistischem Hintergrund
ereigneten sich 44% in Ostdeutschland. Berechnet man die Anzahl dieser
Gewaltdelikte auf 100.000 Einwohner, so waren in Sachsen-Anhalt 4,5
Delikte, in Brandenburg 3,5 Delikte, in Berlin 3 Delikte, in Thüringen
2,4 Delikte, in Sachsen 1,8 Delikte und in Mecklenburg-Vorpommern 1,6
Delikte zu verzeichnen. Die Zahlen für Nordrhein-Westfalen und das Land
Bayern, um zwei Beispiele zu nennen, betrugen 0,8 bzw. 0,4 Delikte.
Beachtet man zudem, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung in
Ostdeutschland sehr viel niedriger ist als in Westdeutschland, kann man
die Aussage treffen, dass das Risiko eines dunkelhäutigen Menschen,
Opfer eines rechtsextremistischen Übergriffs zu werden, im Osten
Deutschlands um ein Vielfaches höher ist als im Westen. Das ist keine
Diskriminierung des Ostens, sondern Beschreibung der Realität.
Zum Thema Mügeln hier eine Meldung der Nachrichtenagentur ddp vom 30. August 2007:
"Hetzjagd auf Inder in Mügeln ging laut
Zeugen von Deutschen ausMügeln (ddp). Die gewalttätigen
Ausschreitungen gegen acht Inder vor knapp zwei Wochen bei einem Stadtfest in
Mügeln gingen laut einem Zeitungsbericht von einer Gruppe von Deutschen aus.
Zwei deutsche Augenzeugen schilderten der «Berliner Zeitung»
(Donnerstagausgabe), dass die Inder in der Tatnacht das Festzelt zunächst
verlassen hätten, nachdem sie dort bedroht worden seien. Anschließend seien sie
vor dem Zelt auf eine große Gruppe Deutscher getroffen, die unmittelbar
angefangen hätten, auf sie einzuprügeln. Die Inder seien auch mit Flaschen und
Pfefferspray attackiert worden. Die Inder seien schließlich in eine nahe
gelegene Pizzeria geflüchtet. Aus der sie verfolgenden Menge seien rechtsradikale
Parolen wie «Ausländer raus!», «Türkenschweine raus!» und «Hier regiert der
nationale Widerstand!», gebrüllt worden, so die Zeugen. Einige der Schläger
seien aus Mügeln gewesen, andere verkehrten in einem als Neonazitreffpunkt
bekannten Lokal aus dem nahe gelegenen Oschatz, heißt es. Eine deutsche
Angestellte der Pizzeria sei bereits zu Beginn der Eskalation vor dem Festzelt
als «Ausländerschlampe» beschimpft worden, weil sie gemeinsam mit der Gruppe
der Inder im Zelt getanzt habe. Die Sprecher der zuständigen Polizeidirektion
standen am Donnerstag für eine Bestätigung der Zeugenaussagen zunächst nicht
zur Verfügung. Die Ausschreitungen in der Nacht zum 19. August wurden
schließlich von einer alarmierten Einsatzbereitschaft der Polizei beendet. Nach
Polizeiangaben wurden bei dem Gewaltexzess insgesamt 14 Menschen zum Teil
schwer verletzt, darunter sieben Inder und drei Polizeibeamte. Der Fall sorgte
zusätzlich für Wirbel, weil der Bürgermeister des Ortes, Gotthard Deuse (FDP),
rechtsextremistische oder fremdenfeindliche Motive im Zusammenhang mit dem
Übergriff bislang ausschließt."
21.08.2007
Jürgen Oelschlegel
| kontakt at sv-oelschlegel punkt de
Sehr geehrter Herr Edathy,
Ihre Bemerkungen zu dem Angriff von Mügeln halte ich für höchst unangebracht.
Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches und schon gar kein kommunales Problem, sondern unser gemeinsames. Einzelfälle sind nicht weniger schlimm als Häufungen.
Niemand sollte mit dem Finger auf andere zeigen.
Schon gar nicht als Mitglied der Regierungskoalition.
Als solches hätten Sie zunächst alle in Ihren Möglichkeiten stehenden Mittel zur Bekämpfung der Ursachen und Auswirkungen des Rechtsextremismus
auszuschöpfen.
Allerdings könnten sie selbst dann nicht dafür
garantieren, daß solche Untaten nicht auch im eigenen Wahlkreis möglich wären.
Jürgen Oelschlegel
P.S
Waren Sie schon mal in Mügeln ?
Ein reizendes Städtchen ! Wie Nienburg.
-
Kommentar von Sebastian Edathy, MdB:
Sehr
geehrter Herr Oelschlegel, Rechtsextremismus ist ein gesamtdeutsches
Problem, aber dieses Problem hat eine regional unterschiedliche
Ausprägung. Im Osten Deutschlands leben 20% der Gesamtbevölkerung, aber
50% der den Verfassungsschutzbehörden bekannten Rechtsextremisten. Von
den 1047 Gewaltdelikten mit rechtsextremistischem Hintergrund
ereigneten sich 44% in Ostdeutschland. Berechnet man die Anzahl dieser
Gewaltdelikte auf 100.000 Einwohner, so waren in Sachsen-Anhalt 4,5
Delikte, in Brandenburg 3,5 Delikte, in Berlin 3 Delikte, in Thüringen
2,4 Delikte, in Sachsen 1,8 Delikte und in Mecklenburg-Vorpommern 1,6
Delikte zu verzeichnen. Die Zahlen für Nordrhein-Westfalen und das Land
Bayern, um zwei Beispiele zu nennen, betrugen 0,8 bzw. 0,4 Delikte.
Beachtet man zudem, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung in
Ostdeutschland sehr viel niedriger ist als in Westdeutschland, kann man
die Aussage treffen, dass das Risiko eines dunkelhäutigen Menschen,
Opfer eines rechtsextremistischen Übergriffs zu werden, im Osten
Deutschlands um ein Vielfaches höher ist als im Westen. Das ist keine
Diskriminierung des Ostens, sondern Beschreibung der Realität.
Zum Thema Mügeln hier eine Meldung der Nachrichtenagentur ddp vom 30. August 2007:
"Hetzjagd auf Inder in Mügeln ging laut
Zeugen von Deutschen ausMügeln (ddp). Die gewalttätigen
Ausschreitungen gegen acht Inder vor knapp zwei Wochen bei einem Stadtfest in
Mügeln gingen laut einem Zeitungsbericht von einer Gruppe von Deutschen aus.
Zwei deutsche Augenzeugen schilderten der «Berliner Zeitung»
(Donnerstagausgabe), dass die Inder in der Tatnacht das Festzelt zunächst
verlassen hätten, nachdem sie dort bedroht worden seien. Anschließend seien sie
vor dem Zelt auf eine große Gruppe Deutscher getroffen, die unmittelbar
angefangen hätten, auf sie einzuprügeln. Die Inder seien auch mit Flaschen und
Pfefferspray attackiert worden. Die Inder seien schließlich in eine nahe
gelegene Pizzeria geflüchtet. Aus der sie verfolgenden Menge seien rechtsradikale
Parolen wie «Ausländer raus!», «Türkenschweine raus!» und «Hier regiert der
nationale Widerstand!», gebrüllt worden, so die Zeugen. Einige der Schläger
seien aus Mügeln gewesen, andere verkehrten in einem als Neonazitreffpunkt
bekannten Lokal aus dem nahe gelegenen Oschatz, heißt es. Eine deutsche
Angestellte der Pizzeria sei bereits zu Beginn der Eskalation vor dem Festzelt
als «Ausländerschlampe» beschimpft worden, weil sie gemeinsam mit der Gruppe
der Inder im Zelt getanzt habe. Die Sprecher der zuständigen Polizeidirektion
standen am Donnerstag für eine Bestätigung der Zeugenaussagen zunächst nicht
zur Verfügung. Die Ausschreitungen in der Nacht zum 19. August wurden
schließlich von einer alarmierten Einsatzbereitschaft der Polizei beendet. Nach
Polizeiangaben wurden bei dem Gewaltexzess insgesamt 14 Menschen zum Teil
schwer verletzt, darunter sieben Inder und drei Polizeibeamte. Der Fall sorgte
zusätzlich für Wirbel, weil der Bürgermeister des Ortes, Gotthard Deuse (FDP),
rechtsextremistische oder fremdenfeindliche Motive im Zusammenhang mit dem
Übergriff bislang ausschließt."
21.08.2007
B.Büchner
| BBuechner at gmx punkt net
Sehr geehrter Herr Edathy,
eine Anmerkung zu Ihren Äußerungen in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu dem Vorfall in Mügeln.
Wollen Sie damit die Diskussion um "No-Go-Areas" Ihres Parteifreundes Heye aus dem Vorjahr wiederbeleben, die Sie noch vehemment verteidigten als Herr Heye sie bereits relativierte ?
Mit diesen Aussagen zu ostdeutschen Kleinstädten, treiben sie leider noch mehr Bürger in die Fänge Ihres ehemaligen Genossen Lafontaine.
Was wir brauchen sind Lösungsansätze und keine schlagzeilenträchtigen Parolen.
Übrigens: Warum muss jede Schlägerei einen rechts-extremen Hintergrund haben, wenn Personen verschiedener Nationalitäten daran beteiligt sind ?
MfG
Büchner
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Kommentar von Sebastian Edathy, MdB:
Sehr geehrte/r Frau/Herr Büchner, Rechtsextremismus ist ein gesamtdeutsches Problem, aber dieses Problem hat eine regional unterschiedliche Ausprägung. Im Osten Deutschlands leben 20% der Gesamtbevölkerung, aber 50% der den Verfassungsschutzbehörden bekannten Rechtsextremisten. Von den 1047 Gewaltdelikten mit rechtsextremistischem Hintergrund ereigneten sich 44% in Ostdeutschland. Berechnet man die Anzahl dieser Gewaltdelikte auf 100.000 Einwohner, so waren in Sachsen-Anhalt 4,5 Delikte, in Brandenburg 3,5 Delikte, in Berlin 3 Delikte, in Thüringen 2,4 Delikte, in Sachsen 1,8 Delikte und in Mecklenburg-Vorpommern 1,6 Delikte zu verzeichnen. Die Zahlen für Nordrhein-Westfalen und das Land Bayern, um zwei Beispiele zu nennen, betrugen 0,8 bzw. 0,4 Delikte. Beachtet man zudem, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Ostdeutschland sehr viel niedriger ist als in Westdeutschland, kann man die Aussage treffen, dass das Risiko eines dunkelhäutigen Menschen, Opfer eines rechtsextremistischen Übergriffs zu werden, im Osten Deutschlands um ein Vielfaches höher ist als im Westen. Das ist keine Diskriminierung des Ostens, sondern Beschreibung der Realität.
Zum Thema Mügeln hier eine Meldung der Nachrichtenagentur ddp vom 30. August 2007:
"Hetzjagd auf Inder in Mügeln ging laut
Zeugen von Deutschen ausMügeln (ddp). Die gewalttätigen
Ausschreitungen gegen acht Inder vor knapp zwei Wochen bei einem Stadtfest in
Mügeln gingen laut einem Zeitungsbericht von einer Gruppe von Deutschen aus.
Zwei deutsche Augenzeugen schilderten der «Berliner Zeitung»
(Donnerstagausgabe), dass die Inder in der Tatnacht das Festzelt zunächst
verlassen hätten, nachdem sie dort bedroht worden seien. Anschließend seien sie
vor dem Zelt auf eine große Gruppe Deutscher getroffen, die unmittelbar
angefangen hätten, auf sie einzuprügeln. Die Inder seien auch mit Flaschen und
Pfefferspray attackiert worden. Die Inder seien schließlich in eine nahe
gelegene Pizzeria geflüchtet. Aus der sie verfolgenden Menge seien rechtsradikale
Parolen wie «Ausländer raus!», «Türkenschweine raus!» und «Hier regiert der
nationale Widerstand!», gebrüllt worden, so die Zeugen. Einige der Schläger
seien aus Mügeln gewesen, andere verkehrten in einem als Neonazitreffpunkt
bekannten Lokal aus dem nahe gelegenen Oschatz, heißt es. Eine deutsche
Angestellte der Pizzeria sei bereits zu Beginn der Eskalation vor dem Festzelt
als «Ausländerschlampe» beschimpft worden, weil sie gemeinsam mit der Gruppe
der Inder im Zelt getanzt habe. Die Sprecher der zuständigen Polizeidirektion
standen am Donnerstag für eine Bestätigung der Zeugenaussagen zunächst nicht
zur Verfügung. Die Ausschreitungen in der Nacht zum 19. August wurden
schließlich von einer alarmierten Einsatzbereitschaft der Polizei beendet. Nach
Polizeiangaben wurden bei dem Gewaltexzess insgesamt 14 Menschen zum Teil
schwer verletzt, darunter sieben Inder und drei Polizeibeamte. Der Fall sorgte
zusätzlich für Wirbel, weil der Bürgermeister des Ortes, Gotthard Deuse (FDP),
rechtsextremistische oder fremdenfeindliche Motive im Zusammenhang mit dem
Übergriff bislang ausschließt."
19.08.2007
Bettina
| zuri punkt buchholz at gmx punkt net
Hallo Sebastian!
Auch wenn Du gerade, so wie ich es aus Deinem Terminkalender entnehmen konnte, in Indien weilst... so wollte ich Dir doch trotzdem einfach mal ein paar sommerlich-frische Grüße aus der Nordheide senden.
Hoffe, Dir geht es gut.
Herzlichst,
Bettina (Zurheide)